Trauer für Menschen die man nicht mochte?
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Trauer für Menschen die man nicht mochte?

Photo by Allef Vinicius on Unsplash

Trauer für Menschen die man nicht mochte?

Man redet ja bekanntlich nicht schlecht von Toten. Oder doch?
Trauer verbinden wir oft mit Sehnsucht, Schmerz, dem Fehlen eines geliebten Menschen, den wir uns zurück wünschen. Aber was, wenn wir uns einen Menschen nicht zurück wünschen? Ein Tabuthema.

Wie ist das mit der Trauer wenn jemand stirbt mit dem wir zwar verbunden sind, aber zu dem wir keine Beziehung hatten? Vielleicht ein Ex-Partner, der uns betrogen hat oder ein Familienmitglied für das wir zwar rechtlich verantwortlich sind, aber zu dem wir nie ein enges Verhältnis hatten oder mit dem wir gar verstritten waren?

Was wenn nach Jahren der Funkstille auf einmal die Nachricht kommt, dass der Konfliktpartner verstorben ist?

Jemand in meiner Familie sagte einmal, dass meine Mutter froh sein könne, dass mein Vater sich von ihr getrennt hat, sonst müsste sie ihn jetzt im Rollstuhl über den Gang schieben und nicht seine neue Frau.
Wie Ihr seht, empathisch läuft es in meiner Familie *lach*. Aber ist man dann wirklich froh? Oder fragt man sich „Was wäre gewesen wenn…?“

Auch wenn die Trauer hier anders ist als die Trauer die man bei einem wirklich nahestenden, geliebten Menschen empfindet, ich sage es ist trotzdem Trauer und die Gefühle sollten gefühlt werden. Vielleicht ist es vielmehr die Trauer über das was nicht war. Die beendete Beziehung von der man ausging, dass sie ein Leben hält. Der Vater oder die Mutter mit denen man nie eine gute Beziehung hatte, egal warum und die wir jetzt auch nicht mehr haben werden. Die Aussöhnung, die nun nicht mehr stattfinden kann. Weder von Deiner Seite, noch von der anderen.

Doch was tun wir in solch einem Fall?

Erlaube Dir frei zu denken

Verurteile Dich nicht für Deine Gedanken. Auch, wenn Du schlecht über jemanden denkst, der gestorben ist, es gab sicherlich einen Grund dafür und das ist erstmal ok. Wenn Du verletzt bist oder gekränkt, dann schaue Dir diese Gefühle an unabhängig davon, ob die Person noch lebt oder nicht. Was hat Dich gekränkt oder verletzt, womit seid Ihr nicht weitergekommen, was war Euer Problem? Dann schreibe es auf oder spreche mit einem Vertrauten darüber.

Schreiben

Schreibe auf, was Du gerne gesagt hättest oder noch sagen wolltest. Das kann ein Brief sein oder ein Tagebuch, das Du über einen gewissen Zeitraum führst. Du brauchst keine Rücksicht nehmen auf Grammatik und Rechtschreibung, lass einfach fliessen was Dir in den Sinn kommt. Sobald Gedanken einmal raus sind verändern sie sich meist oder werden schwächer.

Reden

Auch, wenn der/die Betoffene nicht mehr da ist, rede mit einem engen Vertrauten über das bisher Unausgesprochene. Meist braucht es gar nicht viel Input von der anderen Seite, sondern jemanden, der Dir zuhört und das Gesagte einfach mal aufnimmt. Frage die Person, ob sie das was Du sagst aufnehmen kann ohne es zu bewerten. „Oh mein Gott, was sagst Du da? So darfst Du nicht denken!“ wird Dir nicht weiterhelfen. Suche Dir dafür jemanden, der Deine Gedanken akzeptieren kann, auch wenn er nicht Deiner Meinung ist.

Wichtig ist nichts zu verdrängen. Sätze wie „Jetzt ist XY sowieso nicht mehr da“ lösen Dein Gefühl nicht. Auch wenn das ein Tabuthema ist. Im Endeffekt handelt es sich um Deine Gefühle, die sich nicht nur automatisch ändern weil jemand nicht mehr da ist.

Gleichzeitig vergeht so ja auch die Hoffnung auf eine mögliche Aussprache. Vielleicht hast Du lange gehofft, dass die Person sich doch nochmal meldet oder entschuldigt. Das kann nun nicht mehr passieren und zurück bleibst Du mit Deiner Wut oder Deinem Ärger. Und vielleicht ärgerst Du Dich nochmal extra über den Anderen, eben weil er Dir die Möglichkeit auf eine Besserung sozusagen „genommen“ hat?

Vergeben

Du bleibst nun zurück mit etwas, was eigentlich Euch beide betraf. Gemeinsam gibt es keine Lösung mehr. Also bleibt Dir nur für Dich selbst eine Lösung zu finden.
Kannst Du Dir vorstellen der anderen Person zu vergeben? Was hättest Du von der anderen Person gebraucht oder Dir gewünscht? Kannst Du es Dir selbst geben? Kannst Du ansonsten loslassen was passiert ist und auch den Gedanken daran, dass es nun keine Veränderung mehr zwischen Euch geben kann? Was genau hängt für Dich an diesem Gedanken?

Eine meiner Lieblingsfragen bleibt jedoch: Wer wärst Du ohne diesen Konflikt? Welche Rolle hat der Konflikt für Dich/Euch gespielt? Was war durch den Konflikt erst möglich oder nicht möglich?

Umso tiefer Du in diese Fragen eindringen kannst umso leichter wird Dir das Vergeben oder Loslassen fallen. Allerdings passiert auch das nicht in einem Tag. Gib Dir Zeit dafür, der Konflikt entstand auch nicht an einem Tag und dauerte auch sicherlich länger als einen Tag an.

Viel Erfolg dabei! Wenn Du Fragen hast oder Hilfe braucht melde Dich bei mir.

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Alexandra
info@leid-und-freud.de