Trauer Archive - Leid und Freud
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Trauer Tag

Das Thema der diesjährigen Woche der Seelischen Gesundheit ist "Gemeinsam statt einsam - seelisch gesund zusammen leben". Ich werde dazu eine Veranstaltung im Yorck Share anbieten und als ich mich so mit dem Thema beschäftigt habe, machte es Klick bei mir. Im Januar fand ich mich in einer Supervision wieder und sprach über meine Angst vor der Einsamkeit. Ich habe bis dato drei Menschen in ihrer letzten Phase begleitet und alle drei waren: einsam. Alle waren um die 80, hatten Kinder, aber wenig bis keinen Kontakt. Alle lebten alleine. Einer von ihnen sogar sehr mittellos. Ich fand mich letztes Jahr auf seiner Sozialbestattung. Wir waren zwei Ehrenamtliche vom Hospiz und vier seiner Freunde. Sonst niemand. Angst vor der Einsamkeit Ich habe mittlerweile Angst davor auch einsam zu sein. Meist verbinde ich das mit "später", wenn ich alt bin, wenn meine Freunde gestorben sind und meine Nachbarn, wenn ich alleine nicht mehr klar komme und...

Im Rahmen meines Themenmonats im Juni 2019, in dem es um verwaiste Geschwister geht, hat mir Sabrina ihre Geschichte aufgeschrieben: Es war ein Freitag im Juni 2008, unsere Oma hatte ihren 93. Geburtstag. Ich war mit meiner Mutter noch mitten in den Vorbereitungen und irgendwie beschlich mich ein komisches Gefühl und ich dachte: „Irgend etwas passiert doch heute noch!“ Ich schrieb meinem Bruder noch eine Nachricht, wann ich ihn denn abholen solle. Daß ich darauf keine Antwort bekam, wunderte mich nicht wirklich. Er war beruflich sehr eingespannt und das Handy hatte bei ihm nicht so den großen Stellenwert. Am Mittag kam die Pastorin zum gratulieren vorbei, Oma freute sich und genoss ihren Tag. Nachmittags trudelten dann die anderen Gäste ein und wir saßen an der großen Kaffeetafel. Nach dem Kaffee ging ich mit der Tochter (3 Jahre) von meinem Cousin nach draußen zum spielen. Da klingelte es an der Haustür, wir fragten...

Neue Rollen innerhalb der Familie Vanessa erzählt uns vom Unfalltod ihres Bruders, der jetzt ca. 1,5 Jahre zurückliegt. Wir sprechen über die Rolle als große Schwester, das Leid der Eltern lindern wollen, Schuldgefühle und wie man mit der Liebe im Herzen umgeht. Vanessa erzählt, wie sie mit ihrer Trauer umgeht und was sie gebraucht hat, um vor allem zu begreifen was passiert ist, aber auch mit den Schuldgefühlen umzugehen. Vanessa findest Du hier bei Instagram ...

Heute wird die Trauer laut: Der 25. März steht unter dem Motto "Alle reden über Trauer". Silke Szymura von "In lauter Trauer" hat heute auf den Tag genau ihren Partner verloren. Sie möchte ermutigen über Trauer zu reden, Gefühle auszudrücken, Trauernden zuzuhören, nicht vor dem Tod zurückzuschrecken. Und ich rede heute mit. Warum schmerzt die Trauer so sehr? Das lässt sich eigentlich ganz leicht beantworten: Trauer ist Liebe, die ihr "Objekt" nun nicht mehr lieben kann. Sie kann es schon, aber es gibt eben keine aktive Erwiderung der Liebe mehr. Und es wird sie auch nie wieder geben. Gleichzeitig verlieren wir eine Person, mit der wir viel Zeit verbracht, vielleicht sogar zusammen gelebt haben. Wir verlieren einen Menschen, der uns viel beigebracht hat, der für uns da war, mit dem wir gelacht und geweint haben. Trauer ist also gleichzeitig ein "Ablösungsschmerz", ein "Verlassenwerden-Schmerz", ein Schmerz, der aus dem sich-Wehren gegen das neu aufgezwungene Leben resultiert. ...

Jemanden zu verlieren ist eine der größten Herausforderungen in unserem Leben. Hier gibt es 10 Dinge, die Du über Trauer wissen solltest: 1) Wenn jemand seine Hilfe anbietet, nimm sie an Viele werden sagen "Melde Dich, wenn Du was brauchst". Nicht jeder wird es ernst meinen, aber manche wissen einfach nicht, was sie konkret tun können, um Dir zu helfen. Viele fühlen sich auch hilflos, weil sie Deine Trauer nicht leichter machen können. Direkt zu sagen was man braucht, kann auch für sie erleichternd sein. Die Kinder abholen, den Einkauf machen, mit dem Hund gehen, vielleicht auch mal die Wäsche aufhängen, das alles kann hilfreich sein und Dich erstmal entlasten. Scheue Dich nicht Hilfe anzunehmen oder danach zu fragen. 2) Manche Menschen werden emotionslose Dinge sagen "Du bist doch noch jung, Du findest jemand Neues", "Du kannst noch viele Kinder bekommen", "Immerhin leidet er/sie jetzt nicht mehr", etc. Viele wissen nicht, was sie sagen...

Ich habe in unserer Facebook Gruppe für Trauernde gefragt: Welche Frage würdest Du Deiner Trauer gerne stellen? Eine Teilnehmerin fragte: "Wann sehe ich die Trauer als Freund und nicht -wie aktuell- als Feind?" Annehmen und akzeptieren Debbie Ford sagte einmal im Rahmen ihrer Arbeit mit Schatten: "What we resist, persists." Frei übersetzt bedeutet es so viel wie, wir geben Energie in das, worauf wir uns konzentrieren. Ein Beispiel: Wenn mich jemand nervt, dann denke ich mit großer Wahrscheinlichkeit darüber nach, wie sehr mich diese Person nervt. All die blöden Sachen, die diese Person macht, wie sie nicht merkt, dass sie nervt, wie sie spricht, sich kleidet, etc. Und wie leicht können wir uns in das Genervt-Sein reinsteigern. Ich glaube, jeder von uns hat das schonmal erlebt. Was aber gleichzeitig passiert ist, dass wir unsere ganze Energie zu dieser Person fliessen lassen. Auch, wenn es "negative" Energie ist. Und umso mehr Energie in etwas fliesst, umso...

Ich habe in unserer Facebook Gruppe „Was bleibt, ist Deine Liebe“ gefragt, welche Frage die Mitglieder ihrer Trauer am liebsten stellen würden. Eine Teilnehmerin fragte „Warum konnten wir Dich nicht halten?“. Es geht dabei um einen Menschen, der sich entschieden hat freiwillig aus dem Leben zu gehen. Das "Warum?" Wenn jemand sich entscheidet sein Leben zu beenden (ob nun gewaltsam oder durch die Ablehnung von Medikation/Therapie), dann ist das für alle Betroffenen auch immer eine Art "Zurückweisung". Ein Schlag ins Gesicht. Irgendwie fragen wir uns dann "Warum will er/sie nicht mehr am Leben mit uns teilhaben? Was stimmt mit uns nicht? Was stimmt mit dem Leben nicht?" Sein eigenes Leben zu beenden ist gegen das Gesetz der Natur. Teilen wir doch alle den Willen zum Überleben. Wie also kann es sein, dass jemand den wir lieben, nicht mehr leben will? Eine solche Entscheidung stellt alles in Frage. Nicht nur die Beziehung, die wir zum Verstorben haben...

"Trauerbegleitung im Coaching" ist ein Gastbeitrag für www.psylife.de, einem Magazin für Coaches, psychologische Berater und Psychotherapeuten.   Es betrifft uns alle, aber kaum jemand möchte sich aktiv mit diesem Thema auseinandersetzen: Dem Tod. Einher gehen Abschied, Verlust, Sterben, Trauer und Krise. Unzählige Menschen beschäftigen sich erst Jahre nach dem Todesfall mit ihrer Trauer, entweder weil sie durch Depressionen, Burn-out o.ä. dazu „gezwungen“ werden oder weil einfach vorher „kein Raum“ dafür da war. Erst letztens sagte eine ältere Dame zu mir „Das Kind soll doch fröhlich sein!“ Das Kind hatte seine Mutter verloren, ihre Tochter. Ich bin der Meinung: Nein, das Kind darf traurig sein. Gerade auch ältere Geschwister gehen oft in die Verantwortung für jüngere Geschwister oder sogar für den überlebenden Elternteil und erhalten nie die Möglichkeit selbst offen zu trauern. Trauerbegleitung kann hier auch im Coaching sinnvolle Arbeit leisten. Sheryl Sandberg sagte „Es ist ok, dass es nicht ok ist“. Ich habe diesen Satz...

Ich habe vor kurzem in unserer Facebook Gruppe „Was bleibt, ist Deine Liebe“ gefragt, welche Frage die Mitglieder ihrer Trauer am liebsten stellen würden. Eine Teilnehmerin fragte „Wann lässt Du mich mein Leben leben?“ Ich dachte sofort an „es lebt mich“, warum geben wir einem Gefühl so viel Kraft, dass es über unser Leben bestimmen kann? Was ist so groß, dass diese Botschaft der Trauer alles andere vereinnahmt? Die rosarote Brille Ich frage mich: wie wäre das umgedreht? Angenommen wir sind frisch verliebt. Wir kennen das ja alle, Liebe macht blind und so. Die rosarote Brille. Man vergisst Sachen, man „funktioniert“ praktisch nur noch in der Nähe des Anderen, man denkt an nichts anderes. Man ist euphorisiert, schläft kaum, ist aufgeregt. Bestimmt dann die Liebe auch das Leben? Sind wir dann nicht mehr entscheidungsfähig oder in der Lage unser Leben selbst zu gestalten? Klar, könnte man jetzt argumentieren, dass schon so manch eine schwerwiegende Entscheidung...

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